Viagra und Sildenafil: Wirkung, Wirkdauer, Preis und Rezept in Deutschland
Kurz gesagt: Viagra enthält Sildenafil, einen PDE-5-Hemmer, der bei sexueller Erregung die Erektion erleichtert, aber keine Lust macht. Man nimmt es etwa eine Stunde vorher, meist 50 mg, höchstens 100 mg einmal in 24 Stunden, messbar wirkt es bis etwa vier Stunden. In Deutschland ist es in jeder Stärke verschreibungspflichtig, die Krankenkasse zahlt nicht, und Generika sind deutlich günstiger als das Original.
Kurz vorweg: Viagra und alle Sildenafil-Generika sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Die Höchstdosis laut Fachinformation beträgt 100 mg, höchstens einmal in 24 Stunden. Wer Nitrate (Nitrospray, Nitroglycerin, „Poppers“) oder Riociguat nimmt, darf Sildenafil nicht einnehmen.
In Deutschland dürfen verschreibungspflichtige Arzneimittel nur gegen ärztliches Rezept abgegeben werden, und der Zoll kann eine Sendung ohne Rezept zurückhalten. Wir prüfen keine Rezepte: Sprechen Sie vor der Bestellung mit Ihrem Arzt.
Kaum ein Medikament ist so bekannt wie die „blaue Pille“. Trotzdem halten sich viele Missverständnisse: Viagra sei ein Lustmacher, wirke stundenlang „automatisch“ oder sei bei uns inzwischen frei verkäuflich. Dieser Ratgeber erklärt sachlich, was Viagra ist, wie Sildenafil im Körper wirkt, wie lange die Wirkung anhält und wovon der Preis in Deutschland abhängt. Grundlage sind die deutsche Fachinformation und die Gebrauchsinformation.
Was ist Viagra?
Viagra ist der Markenname des Herstellers Pfizer (heute Viatris) für den Wirkstoff Sildenafil. Das Arzneimittel ist seit 1998 in der EU zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zugelassen, also wenn eine Erektion für befriedigenden Geschlechtsverkehr nicht zustande kommt oder nicht lange genug hält. Seit dem Ablauf des Patentschutzes 2013 gibt es in Deutschland zahlreiche Generika mit demselben Wirkstoff, etwa Sildenafil-ratiopharm, Sildenafil HEXAL oder Sildenafil AL.
Derselbe Wirkstoff steckt in niedrigerer Dosis auch in Revatio. Dieses Präparat ist für eine ganz andere Krankheit zugelassen, den Lungenhochdruck (pulmonale arterielle Hypertonie), und wird dort mehrmals täglich eingenommen. Mit der Behandlung von Erektionsstörungen hat das nichts zu tun.
| Wirkstoff | Sildenafil (als Sildenafilcitrat), ein PDE-5-Hemmer |
| Anwendungsgebiet | Erektile Dysfunktion bei erwachsenen Männern |
| Handelsnamen in Deutschland | Viagra (Original) und viele Generika |
| Verschreibungspflichtig | Ja, in jeder Stärke |
| Übliche Anfangsdosis | 50 mg etwa eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr |
| Höchstdosis | 100 mg, höchstens einmal in 24 Stunden |
| Krankenkasse | Zahlt nicht, Sie tragen die Kosten selbst |
Wie wirkt Sildenafil im Körper?
Bei sexueller Erregung setzen Nervenenden im Penis Stickstoffmonoxid frei. Dadurch entsteht der Botenstoff cGMP, der die glatte Muskulatur in den Schwellkörpern entspannt. Die Gefäße weiten sich, Blut strömt ein, und der Penis wird steif. Das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE-5) baut cGMP wieder ab und beendet so die Erektion.
Sildenafil bremst dieses Enzym. Dadurch bleibt mehr cGMP verfügbar, und eine Erektion kommt leichter zustande und hält besser. Wichtig ist, was daraus folgt:
- Ohne sexuelle Erregung passiert nichts. Viagra löst keine Erektion „auf Knopfdruck“ aus.
- Viagra steigert nicht die Lust. Wer kein Verlangen spürt, hat eher ein anderes Problem, das ärztlich abgeklärt werden sollte.
- Bei Männern ohne Erektionsstörung bringt der Wirkstoff keinen nachgewiesenen Vorteil.
- Viagra behandelt nicht die Ursache. Häufig stecken Durchblutungsstörungen, Diabetes, Bluthochdruck oder Nebenwirkungen anderer Medikamente dahinter.
Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?
Laut Fachinformation nehmen Sie Sildenafil etwa eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr ein. Im Blut erreicht der Wirkstoff nüchtern nach etwa 30 bis 120 Minuten seinen Höchstwert, im Mittel nach einer Stunde. Eine fettreiche Mahlzeit verzögert die Aufnahme um durchschnittlich rund eine Stunde und schwächt die Spitze ab.
Die Halbwertszeit liegt bei drei bis fünf Stunden. In Studien war eine Wirkung bis zu etwa vier Stunden nach der Einnahme messbar, wenn auch schwächer als in den ersten Stunden. Das bedeutet nicht, dass die Erektion vier Stunden anhält: Sie entsteht nur bei Erregung und klingt nach dem Höhepunkt normal ab. Eine Erektion, die länger als vier Stunden dauert, ist ein Notfall (siehe unten).
Mehr Details dazu finden Sie im Beitrag Viagra: wie lange steht er wirklich?
Wirkfenster grob einschätzen
Wählen Sie die Uhrzeit der Einnahme und was Sie vorher gegessen haben. Die Grafik zeigt den typischen Zeitraum aus der Fachinformation, keine persönliche Empfehlung.
Dosierung laut Fachinformation
Die übliche Anfangsdosis beträgt 50 mg. Je nach Wirkung und Verträglichkeit kann der Arzt auf 100 mg erhöhen oder auf 25 mg senken. Mit 25 mg beginnen in der Regel Männer mit schwerer Nierenfunktionsstörung, mit eingeschränkter Leberfunktion oder wenn sie bestimmte Mittel nehmen, die den Abbau von Sildenafil hemmen (zum Beispiel manche Antibiotika oder Pilzmittel). Wer dauerhaft einen Alphablocker gegen Bluthochdruck oder Prostatabeschwerden nimmt, sollte ebenfalls niedrig beginnen.
Tabletten mit 150 mg oder 200 mg, wie sie manche Online-Anbieter verkaufen, sind in Deutschland nicht zugelassen und liegen über der Höchstdosis. Eine höhere Dosis verstärkt vor allem die Nebenwirkungen, nicht die Erektion.
Nebenwirkungen
Sehr häufig sind Kopfschmerzen. Häufig treten Gesichtsrötung (Flush), Schwindel, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, eine verstopfte Nase und Sehstörungen auf, etwa ein leichter Blaustich oder erhöhte Lichtempfindlichkeit. Diese Beschwerden sind meist mild und verschwinden nach einigen Stunden.
Notruf 112 bei Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht während oder nach dem Sex. Sagen Sie dem Rettungsdienst, dass Sie Sildenafil genommen haben, denn dann dürfen keine Nitrate gegeben werden.
Sofort ärztliche Hilfe bei einer Erektion, die länger als vier Stunden anhält, bei plötzlichem Sehverlust auf einem Auge oder plötzlicher Hörminderung. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Wer Viagra nicht nehmen darf
- Männer, die Nitrate oder andere NO-Donatoren (auch „Poppers“) oder Riociguat anwenden: Der Blutdruck kann gefährlich abfallen.
- Männer, denen wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung von körperlicher Anstrengung abgeraten wird, etwa nach einem frischen Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei instabiler Angina pectoris oder sehr niedrigem Blutdruck.
- Bei schwerer Leberfunktionsstörung.
- Nach einem Sehverlust durch eine Durchblutungsstörung des Sehnervs (NAION) und bei bestimmten erblichen Netzhauterkrankungen wie Retinitis pigmentosa.
Vorsicht und ärztliche Rücksprache sind außerdem nötig bei Penisverkrümmung, Sichelzellanämie, Leukämie oder Blutungsneigung sowie bei der Einnahme von HIV-Mitteln wie Ritonavir.
Was kostet Viagra in Deutschland?
Eine einheitliche Antwort gibt es nicht, weil Apotheken die Preise für selbst bezahlte Arzneimittel unterschiedlich gestalten. Einige Punkte gelten aber immer:
- Die Krankenkasse zahlt nicht. Mittel zur Verbesserung der Erektion sind nach § 34 SGB V von der Erstattung ausgeschlossen. Sie bekommen ein Privatrezept und zahlen die Tabletten selbst.
- Generika sind deutlich günstiger als das Original. Sie enthalten denselben Wirkstoff in derselben Menge und müssen für die Zulassung zeigen, dass sie im Körper gleich wirken.
- Der Preis pro Tablette sinkt meist mit der Packungsgröße. Rechnen Sie selbst nach, statt sich auf „Rabatt“-Angaben zu verlassen.
- Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für die ärztliche Beratung, wenn Sie privat versichert sind oder eine Online-Praxis nutzen.
Die aktuellen Preise unserer Angebote sehen Sie in der Preistabelle auf der jeweiligen Produktseite: Viagra Original und Viagra Generika mit Sildenafil. Eine Bestellung ersetzt nicht das Gespräch mit dem Arzt und nicht das Rezept.
Kann man Viagra in Deutschland ohne Rezept kaufen?
Nein. Sildenafil ist in Deutschland in jeder Stärke verschreibungspflichtig. Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht hat sich mehrfach gegen eine Freigabe ausgesprochen, unter anderem weil hinter einer Erektionsstörung oft eine unerkannte Herz- oder Gefäßerkrankung steckt. Dass Sildenafil in Großbritannien in niedriger Dosis in der Apotheke erhältlich ist, ändert an der Rechtslage in Deutschland nichts. Präparate wie Kamagra enthalten ebenfalls Sildenafil, sind in Deutschland aber nicht zugelassen.
Viagra im Vergleich mit anderen Potenzmitteln
| Wirkstoff | Beispiel | Typische Wirkdauer laut Fachinformation |
|---|---|---|
| Sildenafil | Viagra Generika | bis etwa 4 Stunden |
| Vardenafil | Levitra Generika | ähnlich wie Sildenafil |
| Tadalafil | Cialis Generika | bis zu 36 Stunden |
| Avanafil | Avana (Avanafil) | schneller Wirkungseintritt, ähnliche Dauer wie Sildenafil |
Welcher Wirkstoff passt, hängt von Ihren Vorerkrankungen, anderen Medikamenten und Ihren Gewohnheiten ab. Ein Überblick über alle Mittel steht in der Kategorie Potenzmittel.
Häufige Fragen
Ist Viagra dasselbe wie Sildenafil?
Viagra ist der Markenname, Sildenafil der Wirkstoff. Generika enthalten denselben Wirkstoff in gleicher Menge, unterscheiden sich aber in Hilfsstoffen, Form und Farbe der Tablette.
Wirkt Viagra auch, wenn ich keine Erektionsstörung habe?
Ein messbarer Vorteil ist bei gesunden Männern nicht belegt. Die Nebenwirkungen bleiben aber dieselben.
Darf ich Alkohol trinken?
Größere Mengen Alkohol verschlechtern die Erektion und können zusammen mit Sildenafil den Blutdruck senken. Ein Glas ist für die meisten unproblematisch, ein Rausch ist es nicht.
Kann ich zwei Tabletten nehmen, wenn eine nicht reicht?
Nein. Höchstens eine Dosis in 24 Stunden. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, sprechen Sie mit dem Arzt über die Dosis oder einen anderen Wirkstoff.
Ist Viagra für Frauen geeignet?
Nein. Sildenafil ist für Frauen nicht zugelassen, und Studien haben keinen überzeugenden Nutzen bei sexueller Unlust gezeigt.
Zu welchem Arzt gehe ich?
Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, Fachärzte sind Urologen oder Andrologen. Die Abklärung ist sinnvoll, weil Erektionsprobleme ein frühes Zeichen für Gefäßerkrankungen sein können.
Quellen: Fachinformation und Gebrauchsinformation Viagra (Sildenafil), EMA-Produktinformation (EPAR Viagra), gesund.bund.de: Arzneimittel mit und ohne Rezept, Deutsche Gesellschaft für Urologie, § 34 SGB V. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. In Deutschland dürfen verschreibungspflichtige Arzneimittel nur gegen ärztliches Rezept abgegeben werden, und der Zoll kann eine Sendung ohne Rezept zurückhalten. Wir prüfen keine Rezepte: Sprechen Sie vor der Bestellung mit Ihrem Arzt. Aktualisiert am 24. Oktober 2026.